Biodiversität als Schlüssel zur Zukunftsfähigkeit: eine unternehmerische Managementaufgabe
Biodiversität ist kein bloßer Bestandteil von Nachhaltigkeitsberichten, sondern zentraler Wirtschaftsfaktor und Lebensgrundlage für alle Gesellschaften weltweit. Das betonen Dr. Verena Timmer und Dr. Ulrike Eberle in einem aktuellen Beitrag für „Kleine Kniffe“. Wer biologische Vielfalt im unternehmerischen Geschäftsmodell ignoriert, gefährdet dessen Lieferfähigkeit, Qualität und Wirtschaftlichkeit und entscheidet damit auch über die Zukunftsfähigkeit.
Doch was bedeutet Biodiversität genau? Biodiversität umfasst die Vielfalt von Ökosystemen, Arten und genetischen Ressourcen. Sie beschreibt die Vielfalt des Lebens auf der Erde – von Mikroorganismen über Pflanzen und Tiere bis hin zu komplexen Ökosystemen wie Wäldern, Gewässern oder Agrarlandschaften. Sie ist die Grundlage für stabile Ökosysteme, die uns mit sauberer Luft, Wasser, Nahrung und Rohstoffen versorgen. Gleichzeitig schützt sie vor Extremwetterereignissen, reguliert das Klima und sichert die Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten. Ohne Biodiversität wäre unser Leben, wie wir es kennen, nicht möglich. Sie bildet zudem die Grundlage wirtschaftlichen Handelns.
Doch die biologische Vielfalt ist weltweit bedroht – durch Klimawandel, Flächenversiegelung, Monokulturen in der Landwirtschaft, Verschmutzung und den übermäßigen Verbrauch natürlicher Ressourcen. Dies gilt auch für Unternehmen und Institutionen des Gesundheitswesens: Durch Ressourcenverbrauch, Abfallaufkommen und den Einsatz von Chemikalien beeinflussen Kliniken und Pflegeeinrichtungen Ökosysteme direkt und indirekt. Der Hauptimpact entsteht in der Lieferkette.
Daher: Biodiversität ist kein Nischenthema, sondern entscheidet über die Zukunftsfähigkeit auch von Unternehmen. Wird Biodiversität als zentrales wirtschaftliches Risiko und auch als Wettbewerbsfaktor verstanden, ergibt sich daraus eine klare unternehmerische Verantwortung. Doch wie lässt sich diese Verantwortung aktiv im Unternehmen umsetzen?
„Ein Insektenhotel auf dem Firmengelände oder Spendenprojekte reichen nicht aus, um Biodiversität wirksam zu schützen. Biodiversität lässt sich nicht durch Einzelaktivitäten abhaken – sie muss Managementthema werden und die Lieferkette einbeziehen“, sagt Dr. Ulrike Eberle, Biodiversitätsexpertin und Geschäftsführerin von corsus.
Wie jedes Thema, das gemanagt werden muss, gilt auch bei Biodiversität der Managementkreislauf: Wo stehen wir? Wo wollen wir hin? Mit welchen Maßnahmen erreichen wir unsere Ziele? Welche Budgets sehen wir dafür vor? Wie können wir die Zielerreichung messen? Müssen wir nachsteuern? Dies bedeutet, dass Biodiversität dynamisch und kontinuierlich in bestehende Steuerungs- und Entscheidungsprozesse eingebettet werden muss. Die Wertschöpfungskette spielt eine zentrale Rolle, denn wer Biodiversität managen will, muss die eigene Lieferkette kennen. Die Autorinnen weisen darauf hin, dass eine systematische Rückverfolgung bis zur Ursprungsregion wesentlich ist, um Transparenz zu schaffen. Dies ermöglicht es, Lieferketten und Regionen mit dem größten Handlungsbedarf zu identifizieren. Maßnahmen können dann im ersten Schritt die Einführung eines Code of Conduct sein, der Biodiversität einschließt, oder die Nutzung von zertifizierten Produkten.
Zusätzlich können die Messung des Biodiversitätsfußabdrucks oder die Kooperation mit Lieferant:innen zum Schutz von Biodiversität, beispielsweise auf Anbauflächen oder im Bergbau, umgesetzt werden. Ein systematisches Biodiversitätsmanagement startet bei der Sensibilisierung der eigenen Mitarbeiter:innen und Lieferant:innen, und integriert schrittweise Biodiversitätskriterien in die Lieferant:innenbewertung. Praxistaugliche Instrumente wie der Biodiversitätsfußabdruck helfen dabei Transparenz zu schaffen und zeigen direkte Ansatzpunkte für einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess auf.
Im Beitrag wird deutlich: Biodiversität ist eine Managementaufgabe. Sie ist der Schlüssel zur Zukunftsfähigkeit des eigenen Unternehmens. Wer sie systematisch in sein Nachhaltigkeitsmanagement einbindet, sichert nicht nur Ökosysteme, sondern auch seine eigene Wirtschaftlichkeit sowie die Lebensgrundlage für die Gesellschaft.
corsus berät dazu, wie Biodiversität in Geschäftsstrategien integriert werden kann, wie Auswirkungen auf Biodiversität auf Ebene von Produkten oder dem gesamten Produktportfolio gemessen werden kann und wie Biodiversität sinnvoll in das Lieferkettenmanagement implementiert werden kann.
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