Biodiversität als strategischer Erfolgsfaktor: Schulung der DIHK/IHK-Biodiversitätsbündnisse zeigt Wege zur Integration von Biodiversität in das Unternehmensmanagement

Gestern fand die erste von corsus begleitete Biodiversitätsschulung für Unternehmen aus den regionalen Biodiversitätsbündnissen der DIHK/IHKs statt, die im Rahmen des Projekts „Unternehmen Biologische Vielfalt (UBi)“ initiiert wurden. In der für Mitgliedsunternehmen kostenfreien Veranstaltung vermittelte Dr. Ulrike Eberle praxisnahes Wissen und konkrete Instrumente, wie Biodiversität in Geschäftsprozesse und die Unternehmensstrategie integriert werden kann. Die Schulung zeigt: Biologische Vielfalt ist kein „Nice-to-have“, sondern ein zentraler Schlüssel für eine zukunftsfähiges Zusammenleben und Wirtschaften – und sie kann und muss gemanagt werden.

Die systematische Integration von Biodiversität in Unternehmen ist nicht nur aus einer ökologischen Perspektive unverzichtbar, sondern auch eine ökonomische Notwendigkeit: Die Hälfte aller Wirtschaftsleistungen hängt von Biodiversität ab. Der wirtschaftliche Nutzen der biologischen Vielfalt wird mit 170 bis 190 Billionen US-Dollar jährlich mindestens doppelt so hoch wie das weltweite Bruttoinlandsprodukt geschätzt, während der Biodiversitätsverlust die globale Wirtschaft bis 2030 jährlich 2,7 Billionen US-Dollar kosten wird. Daher ist die Berücksichtigung sowie Integration von Biodiversität in Unternehmen essenziell:

Eva Baumgärtner von der DIHK und Dr. Ulrike Eberle führten die rund 90 Teilnehmer:innen souverän durch ein spannendes Programm. Ulrike Eberle präsentierte das Managementmodell, wie Biodiversität in das unternehmerische Management integriert werden kann – von der Analyse über Ziel- und Maßnahmenfestlegung zur Wirkungsmessung und Nachsteuerung.

Neben dem Managementmodell wurden praxisnahe Instrumente vorgestellt – von der Risikoanalyse bis zum Lieferkettenmanagement. Diese zeigen: Biodiversität lässt sich strategisch steuern.

Biodiversität muss, wie andere Nachhaltigkeitsthemen auch, mit konkreten Zielen, Maßnahmen und messbaren Indikatoren im Management verankert werden. Es handelt sich hier nicht um einen starren Prozess, sondern um einen lebendigen Kreislauf, der Biodiversitätsstrategien wirksam macht“, betonte Dr. Ulrike Eberle.

Ein praxisnaher Input von Kirstin Merz und Carsten Engels, der Otto Fuchs KG gab den Teilnehmenden wertvolle Einblicke in das Biodiversitätsmanagement des Unternehmens. Ihr Ansatz basiert auf einer klaren Botschaft von Klaus Martin Schwab: „Die biologische Vielfalt bildet das Fundament für unseren wirtschaftlichen Erfolg“. Dabei zeigt sich: Ein strukturierter Ansatz sichert nachhaltige Erfolge.

Entscheidend ist nicht nur eine klare Strategie mit definierten Zielen und Prioritäten, sondern auch die verbindliche Integration von Biodiversitätsrichtlinien, etwa durch ein operatives Regelwerk, das Verantwortung im Unternehmen verankert. Die Quick Wins der Otto Fuchs KG sind dabei besonders wirksam: Naturnahe Gestaltung des Unternehmensgeländes mit heimischen Pflanzen und Strukturen für Insekten und Vögel; Verankerung von Biodiversitätszielen in Management-KPIs und der Geschäftsstrategie und die Integration von Biodiversitätskriterien in Lieferantenauswahl und Beschaffung. Deutlich wird: Biodiversität ist kein Kostenfaktor, sondern ein strategischer Wettbewerbsvorteil.

Wie genau Biodiversität in das unternehmerische Lieferkettenmanagement aktiv eingebaut werden kann, zeigte erneut Dr. Ulrike Eberle auf. Wichtig ist dabei nicht nur die Transparenz entlang der eigenen Lieferkette zu erfahren und zu analysieren, sondern auch die bestehenden Risiken sowie Ansatzpunkte für die Risikominimierung zu identifizieren.

Auch die Alfred Ritter GmbH & Co. KG unternimmt Einiges zum Schutz und zur Förderung von Biodiversität, wie Georg Hoffmann in seinem Beitrag eindrücklich aufzeigte. Mit der Idee „Vielfalt statt Einfalt – Biodiversität für Jedermann (und -frau)“ wird nicht nur in der eigenen Kantine auf Biodiversität aufmerksam gemacht und Vielfalt im angebotenen Essen integriert. Sondern auch alle Einkäufer:innen im Unternehmen werden zu Biodiversität geschult, die eigene Kakaoplantage in Nicaragua ist als Agroforstsystem gestaltet und wird regelmäßig gemonitort. Eine große Rolle spielen bei Ritter die diversen Lehrlingsprojekte, in denen Projekte konkret geplant und Flächen gestaltet werden, um Biodiversität erlebbar zu machen.

Die Schulung bewies: Biodiversität ist kein Kostenfaktor, sondern ein strategischer Hebel für nachhaltigen Erfolg. Unternehmen, die heute in biologische Vielfalt investieren, sichern sich nicht nur ökologische, sondern auch wirtschaftliche Vorteile für morgen.

Ein herzliches Dankeschön an alle Teilnehmer:innen, Orgaisator:innen und Referent:innen für diesen inspirierenden Austausch. Wir freuen uns bereits auf die kommenden Schulungen!

corsus begleiten Sie dabei, Chancen und Risiken, die für Ihre Geschäftsaktivitäten, Produkte und Lieferketten mit dem Verlust von Biodiversität einhergehen, zu identifizieren und entwickeln gemeinsam mit Ihnen Strategien, dem zu begegnen.

Sie benötigen dabei Unterstützung? Wenden Sie sich gerne an uns!

Die regionalen Biodiversitätsbündnisse werden durch das bundesweite Projekt „UBi – Unternehmen Biologische Vielfalt“ initiiert, das vom Bundesumweltministerium und vom Bundesamt für Naturschutz gefördert wird. Die DIHK Service GmbH ist leitender Projektpartner und unterstützt die Umsetzung gemeinsam mit den regionalen Industrie- und Handelskammern.

 
© Copyright - corsus 2026