corsus an Methodenentwicklung zu Biodiversität in Ökobilanzen beteiligt

Obwohl der Schutz und die Förderung von Biodiversität eine der größten Herausforderungen unserer Zeit sind, gestaltet es sich schwierig, die Auswirkungen von Produkten und Dienstleistungen auf Biodiversität zu messen. Dr. Ulrike Eberle, Geschäftsführerin von corsus, hat daran mitgewirkt, eine Methode zur Abschätzung der Auswirkungen auf Biodiversität für Ökobilanzen zu entwickeln.

Aufgrund der dramatischen Entwicklung ist der Schutz der Biodiversität eines der wichtigsten Ziele der Weltgemeinschaft. Zwei der 17 Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) der Agenda 2030 der Vereinten Nationen haben den Schutz der Ökosysteme, der genetischen Vielfalt und des Artenreichtums zum Ziel: Ziel 14 adressiert den Schutz der Meere, Ziel 15 (& 6.6) den Schutz der biologischen Vielfalt an Land.

Denn die Folgen des Verlusts von Biodiversität betreffen nicht nur die Natur, sondern auch den Menschen in vielerlei Hinsicht. Zentrale Lebensgrundlagen wie Nahrung, sauberes Wasser und Medizin hängen maßgeblich von der biologischen Vielfalt und der Intaktheit der Ökosysteme ab. Gleichwohl sind in den letzten 50 Jahre so viele Arten ausgestorben wie nie zuvor, mit weiter steigender Tendenz und die Integrität der Biosphäre ist heute eine der vier überschrittenen planetaren Grenzen.

In Ökobilanzen (Life Cycle Assessment, LCA) ist es bislang schwierig, die Auswirkungen von Produkten und Dienstleistungen auf Biodiversität abzuschätzen. Zwar existieren bereits einige methodische Ansätze, doch die Anwendbarkeit war bisher aufgrund der Komplexität außerhalb von Forschung und Wissenschaft kaum gegeben. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) hat daher ein Methodenentwicklungsprojekt gefördert, um Biodiversität in Ökobilanzen messbar zu machen.

In der neu entwickelten Methode ist die Flächennutzung die zentrale Größe, die mit Parametern verknüpft wird, die sich auf das Biodiversitätspotenzial von Flächen auswirken. Zudem ermöglicht die Methode, neue Erkenntnisse oder Detailinformation in Form weiterer Parameter zu integrieren. Sie kann so immer an den Stand des Wissens angepasst werden, so wie es beispielsweise bei den Charakterisierungsfaktoren von Treibhausgasen zur Abschätzung der Auswirkungen auf den Klimawandel auch erfolgt.

Eine wissenschaftliche Publikation zur entwickelten Methode wurde gerade unter dem Titel „Moving beyond land use intensity types: assessing biodiversity impacts using fuzzy thinking“ im “International Journal of Life Cycle Assessment” veröffentlicht.

corsus hat die Methode bereits in einigen Projekten angewandt. Dazu gehört unter anderen die Zusammenarbeit mit dem WWF Deutschland, um die Auswirkungen der deutschen Ernährung auf die globale Biodiversität abzuschätzen. Hier zeigt sich die Stärke der Methode: Durch den flexiblen Aufbau in der möglichen Detailtiefe, können komplexe Systeme wie die Ernährung eines Landes genauso analysiert werden wie kleinere Systeme wie beispielsweise die Herstellung von Papier für ein spezifisches Produkt. Aus den Ergebnissen können Ziele und Maßnahmen zum Schutz der globalen Biodiversität abgeleitet werden.

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