corsus begleitet DIHK/IHK Bündnistreffen und Coaching bei der Martin Braun-Gruppe in Hannover
Am Dienstag begleitete corsus ein weiteres Bündnistreffen und Coaching in Hannover zum Thema „Biodiversität wirksam managen“. Die Schulung wurde im Rahmen des DIHK/IHK-Biodiversitätsbündnisses und des Projekts „Unternehmen Biologische Vielfalt“ (UBi) durchgeführt. Im Mittelpunkt standen praktische Ansätze zum Biodiversitätsmanagement, insbesondere im Lieferant:innenmanagement, die Berechnung des Biodiversitätsfußabdrucks und die Umsetzung konkreter Maßnahmen. Zu Beginn zeigte die gastgebende Martin Braun Gruppe neben der Vorstellung des Unternehmens, welche Aktivitäten zu Biodiversität bereits umgesetzt wurden und was nach der energetischen Sanierung der Werksgebäude noch weiter geplant ist.
Dr. Ulrike Eberle leitete den Workshop und vermittelte den Teilnehmenden konkrete Instrumente und Methoden, um Biodiversität systematisch in Geschäftsprozesse und die Unternehmensstrategie zu integrieren. Dr. Eberle stellte ein fünfphasiges Kreislaufmodell vor, das von der Analyse über die Ziel- und Maßnahmenfestlegung bis hin zur Wirkungsmessung und Nachsteuerung reicht. Besonders betont wurde, dass ein erfolgreicher Veränderungsprozess mit der Erfassung des Status quo beginnt – inklusive einer Standortanalyse und der Bewertung der eigenen Lieferkette. Eine wirksame Priorisierung von Biodiversitätsrisiken basiert auf folgenden Faktoren: ökologische Wertigkeit der Region, Beschaffungsvolumen, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Lieferant:innen, Substituierbarkeit des Rohstoffs und bekannte Biodiversitätsrisiken. Im Workshop wurde hervorgehoben, dass die Priorisierung und langfristigen Ziele zum Schutz der Biodiversität eng an die aktuelle und zukünftige Positionierung des Unternehmens geknüpft sein müssen.
Dipl.-Ing. Urban Buschmann gab den Teilnehmenden wertvolle Einblicke, wie Klima- und Biodiversitätsfußabdrücke in Managemententscheidungen einfließen und diese gezielt beeinflussen können. Am Beispiel der Frosta AG verdeutlichte er, was verändert werden muss, um Nachhaltigkeit in Zahlen auszudrücken. Ein zentrales Motto lautet: „We cannot fix what we cannot measure“. Dies unterstreicht die Bedeutung von Messbarkeit und Transparenz. So zeigt sich etwa, dass der Klimafußabdruck von Brokkoli aus Deutschland praktisch identisch mit dem aus Spanien ist. Entscheidend sind daher nicht nur die Anbau- und Transportbedingungen, sondern auch klimatische und soziale Faktoren entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Diese Erkenntnisse sind zentral für unternehmerische Entscheidungen und basieren auf ökologischen Fußabdrücken.
Ein weiteres Beispiel: Die Einführung der ersten ungebleichten, braunen Papierbeutel im Tiefkühlsegment erwies sich nicht nur aus ökologischer, sondern auch aus wirtschaftlicher Sicht als erfolgreich. Urban Buschmann betonte, dass Managemententscheidungen auf numerischen Umweltanalysen basieren sollten, um Risiken zu identifizieren und Chancen zu nutzen, etwa auch für neue Prozesse oder Produkt- und Verpackungsinnovationen. Zudem lassen sich Klima- und Biodiversitätsberechnungen einfach digital erstellen.
Zuletzt vertiefte Dr. Ulrike Eberle von corsus, wie die Auswirkungen auf die Biodiversität auf Produktebene gemessen werden können. Vorgestellt wurde die BVI-Methode (Biodiversity Value Increment), ein wissenschaftlich fundiertes Werkzeug, das es Unternehmen ermöglicht, die Auswirkungen ihrer Produkte auf Biodiversität messbar zu machen und gezielt zu verbessern. Die Methode schafft so eine Grundlage für faktenbasierte Entscheidungen. Diese Entscheidungen können gezielt in die Produktentwicklung, das Lieferkettenmanagement und die Bewertung von Lieferant:innen einfließen sowie als Basis zur Kommunikation und Berichterstattung genutzt werden.
Deutlich wird: Biodiversität sollte ein integraler Bestandteil der Geschäftsstrategie sein – ebenso wie alle anderen Nachhaltigkeitsthemen.
Der Workshop zeigte auf, wie Unternehmen durch wissenschaftlich fundierte Methoden und praktische Ansätze Biodiversität aktiv in ihre Unternehmensstrategien integrieren können. Mit diesen Erkenntnissen sind die Teilnehmenden nun gut gerüstet, um Nachhaltigkeit messbar zu gestalten und langfristig in ihren
Ein herzliches Dankeschön an alle Teilnehmer:innen, Organisator:innen und Referent:innen für diesen inspirierenden Austausch.
corsus begleitet Sie dabei, Chancen und Risiken, die für Ihre Geschäftsaktivitäten, Produkte und Lieferketten mit dem Verlust von Biodiversität einhergehen, zu identifizieren und entwickelt gemeinsam mit Ihnen Strategien, dem zu begegnen.
Sie benötigen dabei Unterstützung? Wenden Sie sich gerne an uns!
Die regionalen Biodiversitätsbündnisse werden durch das bundesweite Projekt „UBi – Unternehmen Biologische Vielfalt“ initiiert, das vom Bundesumweltministerium und vom Bundesamt für Naturschutz gefördert wird. Die DIHK Service GmbH ist leitender Projektpartner und unterstützt die Umsetzung gemeinsam mit den regionalen Industrie- und Handelskammern.






