corsus hält Vortrag zu Umweltauswirkungen der neuen DGE-Ernährungsempfehlungen
Auf Einladung der Staatlichen Führungsakademie für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Bayern stellte corsus am 9. Juli 2025 die Ergebnisse der ersten, vorläufigen Abschätzung der Umweltauswirkungen der neuen Ernährungsempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) vor. Das Seminar „Lebensmittelbezogene Ernährungsempfehlungen – aktueller Stand zu Inhalt und Bewertung“ auf Kloster Scheyern hatte zum Ziel, die in jüngster Zeit erarbeiteten neuen Ernährungsempfehlungen inhaltlich und im Hinblick auf ihre Bewertung hinsichtlich Gesundheit und Nachhaltigkeit vorzustellen.
Dr. Ulrike Eberle betonte: Die neuen Empfehlungen der DGE gehen gehen aus einer Umweltperspektive in die richtige Richtung. Sie würden – wenn sie denn konsequent eingehalten würden – einen deutlichen Beitrag zur Reduktion des mit der Ernährung verbundenen Klimafußabdrucks, aber auch des Flächen- und Biodiversitätsfußabdrucks leisten. Die Auswirkungen im Hinblick auf den knappheitsgewichteten Wasserfußabdruck müssen jedoch nochmals genauer betrachtet werden. Beim Wasserfußabdruck gilt es insbesondere die Herkunft von in Deutschland konsumierten Obst, Nüssen und Gemüse in den Blick zu nehmen. Denn ein großer Teil davon wird in Regionen erzeugt, die unter Wasserproblemen leiden.
Ein Blick auf die derzeitige durchschnittliche Ernährung zeigt jedoch auch, dass diese weit davon entfernt ist, den Ernährungsempfehlungen der DGE zu entsprechen. Es gilt daher neben der weiteren Anpassung der Ernährungsempfehlungen insbesondere auch Strategien zu entwickeln, wie der Konsum umweltverträglicherer und gesundheitsfördernder Lebensmittel gesteigert werden kann.
Im Seminar wurden erste Ergebnisse aus dem Projekt ModErn (Modellierung der ökologischen Effekte der überarbeiteten DGE-Ernährungsempfehlungen), das corsus im Auftrag des Umweltbundesamts seit Anfang 2024 bearbeitet, präsentiert. In den weiteren Arbeiten werden die nun vorliegenden ersten Abschätzungen weiter ausdifferenziert und fundiert. Zudem werden Szenarien entwickelt, um mögliche Umweltentlastungseffekte, aber auch Risiken der aktualisierten DGE-Empfehlungen aufzuzeigen und einzuschätzen, inwieweit die planetaren Belastungsgrenzen eingehalten werden.
Aber schon diese ersten Abschätzungen zeigen, wie wichtig es ist, dass relevante Umweltauswirkungen bei der Ableitung von Ernährungsempfehlungen berücksichtigt werden.
Das Factsheet „Nachhaltige Ernährung konkret: Mit den neuen Empfehlungen der DGE auch für die „planetare Gesundheit“ sorgen“ des Umweltbundesamts, das die Ergebnisse der ersten, vorläufigen Abschätzung ausführlicher darstellt, finden sie hier.


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