Fachgespräch zu Umweltauswirkungen von Ernährung
Das Projekt ModErn– Modellierung der ökologischen Effekte der überarbeiteten DGE-Ernährungsempfehlungen betrachtet die Umweltauswirkungen der Ernährung und wie diese sich verändern würden, wenn sich alle nach den Ernährungsempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) oder den Empfehlungen der Planetary Health Diet 2.0 der Eat Lancet-Kommission ernähren würden. Im Rahmen des Vorhabens, das corsus im Auftrag des Umweltbundesamts (UBA) durchführt, fand am 9. Dezember 2025 ein Fachgespräch zur Präsentation und Diskussion der Ergebnisse statt. Das Fachgespräch wurde von Dr. Krishan Gairola moderiert, Dr. Ulrike Eberle und Felix Lücking präsentierten die Ergebnisse.
Ernährung, also das, was wir essen und wie es erzeugt wird, verursacht große Umweltauswirkungen und es ist seit langem bekannt, dass Änderungen in der Lebensmittelproduktion und bei den Konsumgewohnheiten notwendig sind, um die Belastungsgrenzen unseres Planeten einhalten zu können. Insbesondere bei Biodiversität, Landnutzung, Süßwassernutzung und geochemischen Stoffflüssen sowie Klimawandel ist der Einfluss der Ernährung erheblich. Um einschätzen zu können, welcher Beitrag zur Reduktion der Umweltauswirkungen und Einhaltung der planetaren Belastungsgrenzen durch die Einhaltung der neuen DGE-Empfehlungen (Food-based Dietary Guidelines, FBDG) geleistet werden könnte, hat corsus im Projekt ModErn die ökologischen Effekte der derzeitigen Ernährung in Deutschland bilanziert. In Szenarien wurde abgebildet, wie sich die Umweltauswirkungen verändern würden, wenn die Ernährungsempfehlungen der DGE oder die der Eat Lancet-Kommission eingehalten würden. Zudem wurde in weiteren Szenarien geprüft, wie zusätzliche Optimierungen erreicht werden könnten, um die planetaren Belastungsgrenzen einhalten zu können.
Die Ergebnisse wurden nun im Rahmen eines Fachgesprächs Expert:innen aus Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden und Spanien vorgestellt und mit ihnen diskutiert. Die Ergebnisse zeigen, dass die Empfehlungen der DGE zu deutlichen Reduktionen der Umweltauswirkungen führen würden, ebenso wie die Empfehlungen der Eat Lancet-Kommission. Lediglich bei Auswirkungen auf die Wasserknappheit schneiden die beiden Ernährungsempfehlungen schlechter ab als die derzeitige durchschnittliche Ernährung in Deutschland. Dies liegt vor allem daran, dass die Empfehlungen deutlich mehr Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte sowie Nüsse und Saaten empfehlen, als zurzeit gegessen werden. Da viele dieser Produkte viel Wasser benötigen oder aus Region stammen, in denen Wasser ein knappes Gut ist, steigt der Wasserfußabdruck. Durch den Konsum von weniger Zitrusfrüchten, Mandeln oder Cashew könnte dies jedoch geändert werden. Saaten wie Sonnblumenkerne oder Leinsamen oder Obst wie Äpfel oder Birnen weisen hier eine deutlich geringere Auswirkungen durch die Wassernutzung auf als die genannten Produkte.
Angeregt diskutiert wurden am Nachmittag des eintägigen Fachgesprächs die Aussagen, die aus den Ergebnissen gezogen werden können. Einig waren sich die Teilnehmenden, dass nicht mehr konsumiert werden sollte, als durch die Ernärhungsexpert:innen empfohlen wird: denn dies ist weder für die Gesundheit noch für die Umwelt zuträglich!
Das Vorhaben läuft bis April 2026. Im Anschluss werden die Ergebnisse veröffentlicht.
Wir danken allen Teilnehmenden für ihre Zeit und die wertvollen Beiträge!
ModErn – Modellierung der ökologischen Effekte der überarbeiteten DGE-Ernährungsempfehlungen ist beauftragt durch das Umweltbundesamts (UBA, Förderkennzeichen: 3723 36 101 0; Laufzeit: Februar 2024 bis April 2026).
Das Factsheet „Nachhaltige Ernährung konkret: Mit den neuen Empfehlungen der DGE auch für die „planetare Gesundheit“ sorgen“ des Umweltbundesamts, das die Ergebnisse der ersten, vorläufigen Abschätzung ausführlicher darstellt, finden Sie hier.


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