Impulsvortrag von Ulrike Eberle im ZNU Arbeitskreis Nachhaltige Produkte zu konkreten Empfehlungen für ein Umweltlabel für Lebensmittel

Im Rahmen des digitalen Arbeitskreises „Nachhaltige Produkte“ des ZNU-Zentrums für Nachhaltige Unternehmensführung der Universität Witten/Herdecke am 25. Januar stellte Ulrike Eberle das Gutachten „Klimalabel versus Eco-Score“ vor. Dabei ging sie auch auf Kriterien zur Labelbewertung & -gestaltung sowie auf Potenziale von Lebensmittellabeling ein. Das Gutachten wurde 2021 für das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) erstellt und gibt konkrete Empfehlungen für ein Umweltlabel für Lebensmittel.

Nach Erläuterung unterschiedlicher Labeltypen präsentierte Ulrike Eberle das Vorhaben ‚Klimalabel versus Eco-Score‘, das die Erarbeitung eines Konzeptes für ein Umweltlabel für Lebensmittel zum Ziel hatte. Ein Umweltlabel sollte auf Basis der aktuellen Datenlage wissenschaft­lich fundiert sein, Praxisanforderungen genügen und Konsu­ment:innen eine verlässliche Entscheidungsgrundlage bieten. Als Ausgangspunkt diente eine Übersicht bestehender Food-Umweltlabel. Die verschiedenen Vor- und Nachteile unterschiedlicher Labelkonzepte wurden am Beispiel des Eco-Score und eines vom Wissenschaftlichen Beirat Agrar- und Ernährungspolitik vorgeschlagenen Klimalabels vergleichend bewertet. Auf dieser Basis wurde ein Konzept für ein Food-Label vorgeschlagen, das auf dem Workshop präsentiert wurde.

Klimalabel
Kriterien zur Gestaltung und Bewertung von Umweltlabel

Das Ziel eines Labels für Lebensmittel sollte es sein, einen möglichst hohen Nachhaltigkeitsbeitrag bei den Konsum- und Produktionsmustern des Lebensmittelsektors zu erzielen. Es gilt eine umweltfreundliche Lebensmittelwahl und die Entwicklung eines umweltfreundlichen Ernährungsstils zu unterstützen. Dafür sollte auf der Angebotsseite Transparenz über die Umwelteffekte des betrieblichen Handelns hergestellt werden. Zudem sollten durch das Label Anreize zur umweltverträglichen Gestaltung des Lebensmittelangebots gegeben werden. Um ein Label zu etablieren, ist eine umfassende Begleitung durch professionelles Marketing notwendig.

corsus, Zühlsdorf + Partner und das KATALYSE Institut empfehlen in ihrem Gutachten die Einführung eines mehrstufigen Umweltlabels für Lebensmittel mit den folgenden Charakteristika:

  • Ampelkennzeichnung, angelehnt an etablierte Labelsysteme wie den Nutri-Score
  • Keine metrischen Angaben, um Scheingenauigkeit zu vermeiden
  • Erfassung aller relevanten Umweltauswirkungen von Lebensmitteln über eine generische Ökobilanz-Datenbank
  • Optionale Angabe von spezifischen Produktdaten als Anreiz für Unternehmen
  • Einbezug vorhandener Labelsysteme und Ergänzung der Ökobilanz-Ergebnisse um weitere relevante Indikatoren

Ulrike Eberle bedankt sich für den Informations- und Erfahrungsaustausch im ZNU- Arbeitskreis „Nachhaltige Produkte“. Das ZNU-Netzwerk ist eine gemeinschaftliche Lernplattform und umfasst inzwischen ca. 100 Mitglieder – darunter namhafte mittelständische Lebensmittelhersteller, Logistik- und Dienstleistungsunternehmen sowie wissenschaftliche Einrichtungen und Stiftungen.

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