Kennen Sie den Biodiversitätsfußabdruck Ihrer Produkte?
Wissen Sie, welche Auswirkungen Ihre Produkte auf Biodiversität haben? Wussten Sie, dass die Auswirkungen auf Biodiversität ebenso wie ein Klimafußabdruck quantifiziert werden können? Genau dazu hat die Biologin Dr. Ulrike Eberle, Geschäftsführerin von corsus, am Dienstag im Rahmen des digitalen Arbeitskreises Biodiversität des Zentrum für Nachhaltige Unternehmensführung vorgetragen.
Analog dem Klimafußabdruck schätzt der Biodiversitätsfußabdruck die Auswirkungen auf Biodiversität durch Produkte und Dienstleistungen ab und ermöglicht es so, Produkte oder Herkünfte von Produkten auf Basis eines aggregierten Werts zu vergleichen. Ebenso wie der Klimafußabdruck wird der Biodiversitätsfußabdruck auf Basis des internationalen Standards für Ökobilanzen durchgeführt, der ISO 14040 & ISO 14044. Die Abschätzung der Auswirkungen erfolgt immer mittels einer im Fachjargon sogenannten Wirkungsabschätzungsmethode. Ulrike Eberle stellte hierfür die BVI-Methode vor. BVI steht dabei für Biodiversity Value Increment. Das besondere an dieser Methode ist, dass sie – wenn die Wirkungsabschätzung auf Basis spezifischer Werte erfolgt – direkt mit Managementparametern aus der Land-, Forstwirtschaft oder dem Bergbau verknüpft ist und es so ermöglicht, relevante Einflussgrößen zu identifizieren. Im Rahmen des Forschungsvorhabens BioVal – Biodiversity Valuing and Valuation, das von Dr. Ulrike Eberle geleitet wurde, ist die Methode unter anderem um Managementparameter für marine Biodiversität erweitert worden. Zudem wurde sie mit den Unternehmen Alfred Ritter GmbH & Co.KG, Seeberger GmbH und FRoSTA AG in der Praxis getestet.
Der Biodiversitätsfußabdruck kann genauso quantifiziert werden wie der Klima- oder Wasserfußabdruck.
Doch wie berechnet man den Biodiversitätsfußabdruck?
Ulrike Eberle erläuterte dazu im Vortrag, wie der Fußabdruck berechnet wird. Die wichtigsten Informationen, die benötigt werden sind die Kenntnis des Orts oder der Region, in der die Landnutzung stattfindet sowie der Flächenzeit der Nutzung. Für landwirtschaftliche Produkte ist dies der Kehrwert des Ertrags pro Fläche. Darüber hinaus werden für die Berechnung eines spezifischen Biodiversitätsfußabdrucks noch Managementparameter benötigt. Dies sind beispielsweise bei landwirtschaftlichen Produkten der Düngemittel- und Pestizideinsatz, die Feldgröße, Informationen zur Bodenbearbeitung und -bedeckung und zu Strukturelementen wie Baumgruppen, Hecken, Steinmauern oder Bachläufen auf der Fläche. Welche Informationen genau benötigt werden ist in einem kostenfrei nutzbaren Dashboard aufgeführt und wird in Schulungsvideos erläutert. Sind die Informationen zu den Managementparametern nicht oder zumindest nicht für alle Rohwaren vorhanden, kann der Biodiversitätsfußabdruck auch auf Basis allgemeiner, generischer Informationen berechnet werden. Benötigt werden dann ein durchschnittlicher Ertrag für das Produkt im jeweiligen Ursprungsland sowie ein passender Charakterisierungsfaktor, der aus einer Publikation entnommen werden kann.
Der Vorteil der BVI-Methode liegt darin, dass die generische und spezifische Herangehensweise kombiniert werden können. Das ist insbesondere wichtig, wenn in einem komplexeren Produkt nicht für alle Bestandteile spezifische Informationen vorliegen.
Wann beginnen Sie damit, den Biodiversitätsfußabdruck Ihrer Produkte zu ermitteln?
Wenn Sie Fragen haben, wenden Sie sich gerne an uns!
Kennen Sie schon die regionalen Biodiversitätsbündnisse der DIHK und IHKs? Wenn Sie Mitglied in einem der regionalen Bündnisse werden, haben Sie die Möglichkeit an kostenfreien Schulungen teilzunehmen, in denen Biodiversitätsmanagement, verschiedene mögliche Tools im Biodiversitätsmanagement, Anforderungen der Nachhaltigkeitsberichterstattung zu Biodiversität und Beispiele aus der Praxis vorgestellt werden. zudem ist Raum für den Austausch mit anderen unternehmen der Region. corsus führt die Schulungen im Auftrag der DIHK-Service GmbH durch.




