Neues Paper von INL e.V. und corsus veröffentlicht: Planet Health Conformity Index (PHC)

Um Ernährung nachhaltiger zu gestalten, sind Bewertungsansätze notwendig, die Gesundheit und Umwelt verknüpfen und gemeinsam bewerten. Der Planet Health Conformity Index (PHC), der im Rahmen des Projekts CLIF – Climate Impacts of Food, entwickelt wurde, setzt genau hier an. Es wurde eine Kennzahl entwickelt, die im Unterschied zu mono-dimensionalen Kennzahlen wie dem Nutri-Score (Fokus: Gesundheit) oder dem Eco-Score (Fokus: Umwelt), eine klare Orientierung für Gesundheits- und Umweltaspekte geben kann. Zudem werden beim neu entwickelten PHC auch die planetaren Belastungsgrenzen in der Bewertung berücksichtigt. Der PHC kann damit für mehr Orientierung im Labeldschungel sorgen. Das Paper wurde gerade veröffentlicht.

Die Entwicklung des PHC durch das Team des INL e.V. um Toni Meier und Ulrike Eberle von corsus basiert auf der Untersuchung von 125 Lebensmittel, die den durchschnittlichen Warenkorb in Deutschland repräsentieren. Die Ergebnisse zeigen, dass die Bewertungsergebnisse sehr unterschiedlich ausfallen, je nachdem welche funktionelle Einheit zugrunde gelegt wird. Gegenübergestellt wurden masse- oder energiebezogene funktionelle Einheiten sowie eine funktionelle Einheit, die das Nährstoffprofil der Lebensmittel und die planetaren Belastungsgrenzen einbezieht. Der PHC bricht so die Planetary Health Diet (PHD) auf Nährstoffebene herunter.

Die Bewertung auf Basis des so entwickelten PHC zeigt: Wenn die ernährungsphysiologischen Aspekte und die planetaren Belastungsgrenzen einbezogen werden, zeigen sich für einige Lebensmittel klare Überschreitungen der planetaren Grenzen, die auf Basis einer masse- oder energiebezogenen funktionellen Einheit innerhalb der planetaren Grenzen eingestuft würden. Dies ist bei CO₂-Emissionen bei 38% der Produkte der Fall, beim Wasserverbrauch bei 27% und bei der Nutzung mineralischer Phosphordüngemittel bei 71% der Lebensmittel.

Der neu entwickelte PHC ermöglicht so auch eine differenzierte Produktbewertung für unterschiedliche Zielgruppen (Kinder, Jugendliche, Senior:innen etc.), da der Nährstoffbedarf entsprechend der Zielgruppe angepasst werden kann.

Der PHC stellt daher einen Meilenstein für Multi-Nutritional Life Cycle Assessments dar, indem er Umwelt- und Gesundheitsaspekte verbindet. Er kann nicht nur für einzelne Lebensmittel angewendet werden, sondern auch für Rezepturen, Speisepläne, Warensortimente und Ernährungsweisen. Zudem kann er so auch für die Lebensmittelkennzeichnung zur Unterstützung nachhaltiger Ernährung genutzt werden.

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