StrahL-Praxisforum: Hülsenfrüchte als Schlüssel für eine nachhaltige Ernährung

Am 15. Juli 2026 fand im StartRaum Göttingen das abschließende Praxisforum des Forschungsprojekts „StrahL – Zielgruppengerechte Strategien für mehr heimischen Leguminosenkonsum“ statt, das sich mit den Umweltauswirkungen, Marktchancen und Alltagsbarrieren von Hülsenfrüchten auseinandersetzte. Als zentraler Baustein einer zukunftsfähigen Ernährung stehen Hülsenfrüchte im Fokus – doch ihr Konsum in Deutschland ist noch immer gering. Das Forschungsvorhaben StrahL hat dies systematisch untersucht und heute Ergebnisse, Strategien und Handlungsempfehlungen einem breiten Fachpublikum vorgestellt. Felix Lücking, Wissenschaftler bei der corsus research gUG, stellte Ergebnisse zu Umweltauswirkungen der im Projekt identifizierten Ernährungsstile vor.

Im Zentrum des Praxisforums stand die Frage, wie sich der Hülsenfrüchtekonsum in der Bevölkerung nachhaltig steigern lässt? Dabei wurden praktische Ansätze für Politik, Wirtschaft und Verbraucher:innen diskutiert – von zielgruppengerechter Kommunikation bis hin zu marktbasierten Lösungen. Die Veranstaltung bot ein vielfältiges Programm. Zunächst wurden zentrale Ergebnisse aus dem Vorhaben präsentiert:

  • Wer isst welche Hülsenfrüchte und wie gewinnt man neue Zielgruppen?
  • Wie groß ist das Umweltpotential?
  • Wie entwickelt sich der Markt und welche Rezepte sind beliebt?
  • Was denkt die Jugend?

Im Anschluss fand ein offener Austausch an verschiedenen Thementischen statt, um die Ergebnisse zu diskutieren.

Das Projektteam von StrahL (von links nach rechts): Prof. Dr. Jana Rückert-John, Prof. Dr. Daniel Mörlein, Fabienne Erben, Dr. Catherina Jansen, Prof. Dr. Dominic Lemken, Dr. Ulrike Eberle, Dr. Pauline Suski, Dr. Anke Zühlsdorf, Felix Lücking, Sophie-Dorothee Lieke

Nach der Mittagspause stand die Vorstellung zielgruppengerechter Ansätze zur Normalisierung des Hülsenfrüchtekonsums im Zentrum. Vorgestellt wurden Strategiepfade, Zielgruppen, Stakeholder und mögliche Maßnahmen. Den Abschluss bildete eine Paneldiskussion mit Expert:innen aus Wissenschaft, Praxis und Kommunikation mit Jasmin Mhethawi (Foodblog 15MinutenRezepte.de), Henning Niemann (Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen), Constanze Rubach – Verbraucherzentrale Niedersachsen und Prof. Dr. Dominic Lemken (Projektleitung StrahL, Universität Bonn).

Felix Lücking präsentierte in seinem Vortrag die ökologischen Vorteile von Hülsenfrüchten im Vergleich zu anderen Ernährungsstilen. Seine Analyse zeigt auf, wie ein höherer Konsum von Linsen, Bohnen & Co. Treibhausgasemissionen reduzieren, Ressourcen schonen und die Biodiversität fördern kann. An einer interaktiven Diskussionsstation diskutierten Dr. Ulrike Eberle, Geschäftsführerin der corsus research gUG und der corsus GmbH, und Felix Lücking an einem Entwurf eines Praxismerkblatts zu Umweltauswirkungen von Hülsenfrüchten mit den Teilnehmenden, ob die Empfehlungen und Ergebnisse für den jeweiligen Praxiskontext hilfreich sind.

„Hülsenfrüchte können die Umweltauswirkungen von Ernährung deutlich reduzieren – insbesondere wenn sie tierische Proteinquellen ersetzen und in Deutschland angebaut werden“, betonte Dr. Ulrike Eberle.

Die corsus research gUG, Schwesterunternehmen der corsus GmbH, ist Teil des Forscher:innenkonsortiums des Projekts StrahL.

Mehr zum Projekt StrahL: www.ilr1.uni-bonn.de/en/strahl

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